Weiterentwicklung von Burg Abenberg


Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt:

Die Bezirksverwaltung stellt in einem Vergleich die nachfolgenden möglichen Szenarien zur weiteren Entwicklung der Burg Abenberg gegenüber:

  1. Finanzieller Status quo: Die Zuwendungen an den Zweckverband Burg Abenberg durch den Bezirk Mittelfranken bleiben konstant und einzelne Aktivitäten auf Burg Abenberg werden wie bisher gesondert gefördert.
  2. Finanzielle Konsolidierung des Zweckverbands: Der Zweckverband Burg Abenberg erhält von seinen Mitgliedern künftig alle notwendigen Mittel für den mittelfristigen Bedarf für Sanierung und Unterhalt von Burg Abenberg sowie zur Neugestaltung der Ausstellung des Museums „Haus fränkischer Geschichte“.
  3. Burg Abenberg als Geschichtsort: Der Zweckverband Burg Abenberg erhält von seinen Mitgliedern alle notwendigen Mittel, um die gesamte Burganlage in ein museumspädagogisches Konzept miteinzubeziehen (u.a. um Geschichte am Originalschauplatz erfahrbar zu machen) und diese Gesamtanlagen dauerhaft zu erhalten.

Für alle drei Szenarien wird dabei einzeln aufgeschlüsselt:

  1. welches Kulturangebot dadurch in Zukunft möglich wäre und mit welchen Auswirkungen auf bestehende Aktivitäten auf Burg Abenberg dadurch jeweils zu rechnen wäre.
  2. welche finanziellen Ausgaben und Erträge für den Zweckverband Burg Abenberg allgemein und insbesondere den Bezirk Mittelfranken dadurch zu erwarten wären.

Begründung:

Über den Zweckverband Burg Abenberg wurden in der Vergangenheit Maßnahmen zur denkmalpflegerischen Sicherung der Burganlage sowie zum Aufbau der Museen geleistet. Die für den Unterhalt der Museen und für die technische Instandhaltung der gesamten Burganlage notwendigen Mittel musste der Zweckverband durch Zuführungen aus seinem laufenden Verwaltungshaushalt stemmen, der sich aus Posten wie Betriebskosten, Werbematerialien, Personalaufwendungen etc. zusammensetzt. Infolgedessen konnten nur die absolut notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen wie beispielsweise der Ersatz einer defekten Heizung vorgenommen werden. Somit war es seit Bestehen des „Haus fränkischer Geschichte“ nicht möglich Mittel zur Pflege und kontinuierlichen Weiterentwicklung seiner Ausstellung einzusetzen, da diese stets geschoben werden mussten. Auch für die nun anstehende zweite Sanierungsphase von Burg Abenberg (Schottenturm, Stützmauern, Haustechnik usw.) konnten somit im Zweckverband bislang keine Rücklagen gebildet werden.

Die Burg Abenberg mit dem „Haus fränkische Geschichte“ und dem Klöppelmuseum ist eine der touristischen Anziehungspunkte für Besucher*innen des Seenlands. Um die Attraktivität weiterhin zu gewährleisten, ist nach 20 Jahren ebenso eine grundlegende Modernisierung der Ausstellung im „Haus fränkischer Geschichte“ notwendig. Eine Einbeziehung der gesamten Burganlage in das Museumskonzept, insbesondere des einmaligen mittelalterlichen Turnierangers, würde über die Modernisierung der Ausstellung hinaus Geschichte am historischen Ort direkt erfahrbar machen.

In jedem der drei Szenarien ergeben sich für den Zweckverband Burg Abenberg und somit auch für den Bezirk Mittelfranken unterschiedliche finanzielle, aber auch kulturelle Auswirkungen. Jedes Szenario bedeutet Veränderung. Auch der finanzielle Status quo als Minimalszenario hätte Konsequenzen insbesondere für die Zukunft des Museums „Haus fränkischer Geschichte“ sowie für die Nutzbarkeit und Zugänglichkeit von Teilen der Burganlage für Veranstaltungen.

Ziel der vergleichenden Analyse soll zum einen die Auslotung der möglichen Zukunftsszenarien von Burg Abenberg und eine solide mittelfristige Finanzbedarfsabschätzung dafür sein. Zum anderen wird es durch die Gegenüberstellung der finanziellen Bedarfe und des jeweils zu erwartenden kulturellen Mehrwerts möglich sein, durch Abwägung dieser Größen ein nutzenoptimiertes Zukunftsszenario für Burg Abenberg zu entwickeln.

Antrag vom 30. November 2017 als PDF-Datei:
Antrag_GRÜNE_Weiterentwicklung-Burg-Abenberg

Ergebnis der Bezirkstagssitzung vom 14. Dezember:
Der Antrag wurde mehrheitlich so angenommen, dass die Bezirksverwaltung und der Bezirkstagspräsident beauftragt werden, diesen Antrag in den Zweckverband Burg Abenberg einzubringen, dort mit den anderen Zweckverbandsmitgliedern die Szenarien zu evaluieren und anschließend die Ergebnisse dem Kulturausschuss und dem Bezirkstag zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

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