Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt:
Der Bezirk prüft, ob er eine geeignete Liegenschaft zur Miete anbieten kann und ob er ggf. in anderer Form bei der Suche neuer Räume unterstützend tätig werden kann.
Begründung:
Nürnberg ist trauriger Spitzenreiter in der Bundesrepublik bei der jährlichen Zahl der Drogentoten pro 1000 Einwohner*innen. Die Szene der Alkohol- und Drogenabhängigen in Mittelfranken konzentriert sich vor allem auf Nürnberg. Wie man der Presse in den letzten Monaten entnehmen konnte, stellt der Umgang mit dem Drogenkonsum bzw. Aufenthalt von Drogenabhängigen im öffentlichen Raum die Stadt Nürnberg und die Einrichtungen der Drogenhilfe vor große Probleme. Das Vertreiben der Drogensüchtigen aus dem Bahnhofsbereich führt lediglich zu einer Verlagerung in andere Innenstadtbereiche wie die unterirdische Ladenzeile der U-Bahn-Haltestelle Lorenzkirche und stellt keine Lösung dar.
Hängematte e.V. stellt mit seiner Notschlafstelle und Krisenhilfe einen wichtigen sozialen Fachdienst im Versorgungsbereich für suchtkranke Menschen dar. Als Anlaufstelle für obdachlose drogenabhängige Menschen bietet sie ein niederschwelliges Betreuungsangebot, ist Überlebenshilfe und Schutzraum für psychosoziale Hilfen abseits der Drogenszene. Ein Teil der Drogenabhängigen verbringt den Abend und die Nacht in der Notschlafstelle. Auch im Bezirk Mittelfranken wird die Arbeit des Vereins nicht nur finanziell unterstützt, sondern sehr geschätzt, was z. B. auch bei der Vorstellung der Hängematte im Sozialausschuss am 21.04.2015 bestätigt wurde.
Vor diesem Hintergrund erschüttert die Nachricht, dass die Hängematte bis Ende 2017 ihr Domizil verlassen muss. Bemühungen, ein neues Quartier in Bahnhofsnähe zu finden, waren bisher nicht erfolgreich.
Die Arbeit der Hängematte ist und bleibt unverzichtbar.
Antrag vom 16. November 2016 als PDF-Datei:
Antrag_GRÜNE_BT_2016.12.15_Quartiersuche Hängematte
Ergebnis:
Neue Information direkt vor der Sitzung: Hängematte hat neuen Mietvertrag am Vortag unterschrieben.
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