Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit und seit 1996 wird an diesem Tag bundesweit und seit 2005 auch international den Opfern des Nationalsozialismus gedacht.
Anlässlich dieses Gedenktags veranstaltete die Stadt Erlangen eine Gedenkveranstaltung im Innenhof des Palais Stutterheim mit der Lesung „Briefe aus der Hölle“ von Herrn Prof. Dr. habil. Pavel Markovich Polian.

Hierbei handelt es sich um eine Lesung über die Aufzeichnungen jüdischer Männer, die das Sonderkommando Auschwitz bildeten und dazu gezwungen wurden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau bei den Tötungen und dem Verbrennen des eigenen Volkes zu helfen. Diese Gräueltaten wurden von den Männern des Sonderkommandos schriftlich festgehalten und auf dem Gelände versteckt. Der Gastredner veröffentlichte neun dieser wiedergefunden Texte in dem gleichnamigen Buch „Briefe aus der Hölle“.
Bezirksrätin Maria Scherrers und Bezirksrat Paul Brunner waren sehr berührt von den ergreifenden Zeitzeugnisses die im Innenhof des Palais Stutterheim – heute die Stadbibliothek – dort vorgetragen wurden, wo in der Reichsprogramnacht (9. November 1938) die Erlanger Juden zusammengetrieben wurden. Beide betonen die Wichtigkeit und Regelmäßigkeit u.a. solcher Gedenkveranstaltungen, denn nur so könne dem Vergessen etwas entgegengesetzt werden. Wir stehen alle in der Verantwortung zu gewährleisten, dass sich solche Ungeheuerlichkeiten nicht wiederholen!