Psychische Gesundheit braucht starke Netzwerke: Treffen mit den mittelfränkischen PSAGen

Die Psychosozialen Arbeitsgemeinschaften (PSAGs) haben die Bezirkspolitiker:innen zu einem Austausch über die Wirkung sozialer Arbeit eingeladen. Für unsere Grüne Bezirkstagsfraktion nahmen Lisa Renz-Hübner und Walter Schäfer teil.

PSAGs vernetzen Fachstellen und Träger der psychosozialen Versorgung. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie sichtbar gemacht werden kann, was soziale Arbeit konkret bewirkt — für betroffene Menschen, Angehörige, Hilfesysteme und die Gesellschaft.

Walter Schäfer wurde gebeten, dazu als Sozialarbeiter M.A. einen fachlichen Input zum Social Return on Investment (SROI) zu geben. SROI fragt nicht nur, was Beratung und Begleitung kosten, sondern auch, welche Folgekosten vermieden werden können, wenn Menschen rechtzeitig Unterstützung bekommen.

Um diese Wirkung greifbar zu machen, wurden konkrete Fallbeispiele aus der sozialpsychiatrischen Beratung und Suchtberatung vorgestellt. Sie zeigten, wie verlässliche Begleitung Krisen entschärfen, Familien entlasten und Wege zurück in Alltag, Ausbildung, Arbeit oder selbstbestimmteres Wohnen eröffnen kann.

Für uns als Grüne Bezirkstagsfraktion folgt daraus: Psychosoziale Beratung darf nicht vorschnell als Kostenfaktor betrachtet werden. Sie ist wichtige soziale Infrastruktur.

Gerade in Zeiten knapper Haushalte müssen wir genauer hinschauen: Welche Angebote wirken? Wo können Übergänge und Zusammenarbeit verbessert werden? Und welche Folgekosten entstehen, wenn Beratung und Begleitung wegbrechen?

Dabei geht es nicht automatisch um mehr Strukturen, sondern um verlässliche, wirksame und gut abgestimmte Unterstützung. Unser Ziel ist nicht pauschale Ausweitung, sondern kluge Weiterentwicklung — ohne die fachliche Arbeit der Beratungsstellen infrage zu stellen.