
„Menschen, die täglich Verantwortung für andere tragen, bringen alles mit, was es für gute Politik braucht – höchste Zeit, dass wir diese Erfahrung als politische Kompetenz ernst nehmen.“ Mit diesen Worten eröffnete unsere Fraktionsvorsitzende Lisa Renz-Hübner die Lesung und Podiumsdiskussion „Mütter in die Politik!“, die wir als GRÜNE Bezirkstagsfraktion Mittelfranken im Kunsthaus R3 in Ansbach veranstaltet haben.
Politische Teilhabe von Müttern im Fokus
Mit unserem Abend wollten wir ein drängendes Thema sichtbar machen: Wie können Menschen mit Sorgeverantwortung – insbesondere Mütter – stärker in die politische Arbeit eingebunden werden? Unter dem bewusst provokant gewählten Titel diskutierten wir mit engagierten Kommunalpolitikerinnen, die sehr unterschiedliche Lebenswege mitbrachten, aber eines gemeinsam haben: Sie wissen, wie herausfordernd es ist, Familie, Beruf und politisches Engagement miteinander zu vereinbaren.

Auf unserem Podium sprachen:
- Cornelia Griesbeck (CSU), Mutter von drei Kindern und seit über 20 Jahren politisch aktiv, über den Spagat zwischen Familienalltag und Ratsarbeit,
- Sabine Knuhr-Weiniger (SPD), alleinerziehende Mutter und pflegende Angehörige, über die Verbindung von persönlichen Erfahrungen und kommunalpolitischem Engagement,
- Anna-Maria Wöhl (Freie Wähler), vierfache Mutter und frühere Bürgermeisterin in Bruckberg, über die strukturellen Widerstände, denen Frauen in der Politik – insbesondere im ländlichen Raum – nach wie vor begegnen.
Wir haben bewusst Frauen aus verschiedenen demokratischen Parteien eingeladen – denn beim Thema gleichberechtigte politische Teilhabe eint uns mehr, als uns trennt.
Strukturelle Hürden und gemeinsame Forderungen
Die Diskussion machte deutlich: Es fehlt nicht an Engagement oder Fähigkeiten, sondern an Sichtbarkeit, praktischer Unterstützung und an Strukturen, die der Lebensrealität von Müttern gerecht werden. Viele würden gerne früher oder stärker politisch aktiv werden – wenn es familienfreundliche Rahmenbedingungen gäbe.
Gefordert wurden unter anderem:
- paritätisch besetzte Wahllisten,
- familienfreundliche Sitzungszeiten,
- hybride Beteiligungsformate,
- sichtbare weibliche Vorbilder in allen Gremien.
Der parteiübergreifende Wunsch nach struktureller Veränderung war unüberhörbar – ebenso wie der Vorschlag, über Rentenpunkte für langjähriges kommunalpolitisches Engagement nachzudenken.
Lesung als Impulsgeberin
Den Auftakt des Abends gestaltete Sarah Zöllner mit einer Lesung aus ihrem Buch „Mütter in die Politik!“. In ihren Texten beschreibt sie eindrücklich, welche Fähigkeiten Menschen mit Fürsorgeverantwortung mitbringen: Organisationstalent, Belastbarkeit, Entscheidungsfreude und Empathie – alles Qualitäten, die auch politisches Handeln prägen sollten, aber oft nicht als solche anerkannt werden.
Offener Austausch mit dem Publikum

Wir haben uns sehr über die gute Resonanz gefreut: Viele Stadt- und Kreisrätinnen, interessierte Bürger*innen und engagierte Gäste waren gekommen. Die Diskussion war offen, persönlich und voller Resonanz. Besonders erfreulich war, wie viele Teilnehmende im Anschluss eigene Erfahrungen teilten oder konkrete Fragen stellten.
Unser Fazit
Als GRÜNE Bezirkstagsfraktion Mittelfranken ist es uns ein zentrales Anliegen, politische Teilhabe gerechter, vielfältiger und lebensnäher zu gestalten. Unser Abend hat gezeigt: Die Bereitschaft zur Veränderung ist da – parteiübergreifend. Es braucht jetzt Mut, bestehende Strukturen zu hinterfragen und echte Teilhabe zu ermöglichen – insbesondere für diejenigen, die oft im Verborgenen Verantwortung übernehmen.